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Gottesdienst am Sonntag Rogate (Betet) am 17. Mai 2020

Pfarrer Andreas Weik und Kantorin Anne Schneider
Corona-Quartett: Anne Schneider, Katharina Gündra, Sebastian Köhler, Hubertus Protz

Eingangslied EG 166 – Tut mir auf die schöne Pforte

Psalm 95

Schriftlesung: Lukas 11, 9 – 13

Wochenlied EG+ 54 – Unser Vater

Predigt zu Matthäus 6, 5 – 15

Predigtlied EG 344

Schlusslied EG 369, 1+7


Predigt zu Matthäus 6,5-15

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.

Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.

Darum sollt ihr so beten:

Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt.
Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.]
Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.
Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Liebe Gemeinde,

„Wenn Sie die Glocken hören, dann beten Sie ein VaterUnser.“
Im Schaukasten der Kirchengemeinde in Aulendiebach hing dieser Hinweis zu Beginn des virusbedingten Ausnahmezustandes, der auch unserer Kirchengemeinde den sonntäglichen Gottesdienst untersagte.  „Wenn Sie die Glocken hören, dann beten Sie ein VaterUnser“. Dieser Satz ist so einfach – so schlicht – und greift auf, was seit Jahrhunderten gilt: Der Aufruf zum Gebet dreimal am Tag. Hierzu laden die Glocken ein. Die Alten wissen es noch, die, die auf dem Feld arbeiteten: Wenn vom Dorf her die Glocken zu hören waren, unterbrachen sie ihre Arbeit, stützen sich auf Gabel oder Sense, später stellten sie den Motor des Traktors ab und nahmen sich einen Moment Zeit. Zeit für ein VaterUnser. Schon in einer urchristlichen Schrift aus dem 1. Jahrhundert, der „Didache“, finden wir den Hinweis, dass die Christen-gemeinden ermuntert werden, dreimal am Tag dieses Gebet zu sprechen.

„Wenn Sie die Glocken hören, dann beten Sie ein VaterUnser.“ – Wie wohltuend finde ich diesen Satz in seiner Schlichtheit. Braucht es mehr?

Im VaterUnser wird alles gesagt: Sieben Bitten, die ich mir auf der Zunge zergehen lassen kann, die sich entfalten können und wollen. Sieben Bitten, die über mich hinausweisen. Wie ein Prisma kann ich das VaterUnser ins Licht halten – und es wird sich brechen in verschiedene Farben und in mein Leben hineingreifen.
Wir wissen, das Licht bricht sich in unendlich vielen Farben. Doch wir sprechen von den Spektralfarben oder auch Regenbogenfarben: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett. Auch hier sind es sieben – wie die sieben Bitten,

Sieben Bitten, die sich in ihrer Buntheit entfalten wollen – > eingebettet in eine Anrufung: „Unser Vater“ und umschlossen durch den Lobpreis: „Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“

„Wenn Sie die Glocken hören, dann beten Sie ein VaterUnser.“  Wie einfach und gut!
Ich gestehe, mir war es zu viel. Mir war es viel zu viel, was es da an Vorschlägen unterschiedlichster Art zu Beginn der Coronazeit von den verschiedenen Einrichtungen unserer Kirche auf mich einströmte. Aufrufe zum Glockenläuten mal um 19.00 Uhr – dann um 18.00 Uhr – und dann wieder um 21.20 Uhr – Gemeinsames Beten und Singen von „Der Mond ist aufgegangen“ bis zum Osterchoral. Coronagebete in allen Variationen. Gut gedacht und in bester Absicht geschrieben – keine Frage. Vielen Menschen wird es gut getan und geholfen haben. Mir persönlich war es aber zu viel. Ich mag eher das Schlichte. Gerade in dieser Zeit, die zum Innehalten zwingt.

Jesus meint: „Wenn Du aber betest, so geh in Dein Kämmerlein und schließe die Tür zu“ – gemeint hier wohl wirklich das „Stille Örtchen“, denn diese Tür hatte in damaliger Zeit als einzige einen Schlüssel – „und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist.“ Und: „Ihr sollt nicht plappern wie die Heiden, die meinen, wenn sie viele Worte machen, dann werden sie erhört.“

Jesus wendet sich gegen eine zur Schau gestellte Frömmigkeit. Das Gebet ist kein Werk, keine Leistung, für die ich mir auf die Schultern klopfen kann, nichts, was vorzeigbar ist. Unsere iranischen Gemeindegliedern haben mir im Taufkurs von einen Ritus aus ihrer Heimat erzählt. Dort drücken sich manche beim Gebet einen Stein tief in die Stirn. Wenn dann der Abdruck auf dem Markt etwa deutlich zu sehen ist, zeigt es, dass dieser Mann lange und intensiv gebetet habe und er bekommt so öffentliche Anerkennung. Diese zur Schau gestellte Frömmigkeit findet sich nicht nur im Iran. Schauen wir uns an, welche politische Bedeutung öffentliches Beten in den Staaten zukommt. So spüren wir, worum es Jesus geht: Das Gebet ist keine fromme Leistung, sondern eine Hinwendung zu Gott. Und wir dürfen zu ihm reden, wie zu einem Vater, der uns liebevoll begegnet.


Lied 344,1

Vater unser im Himmelreich,
der du uns alle heißest gleich
Brüder sein und dich rufen an
und willst das Beten von uns han:
gib, dass nicht bet allein der Mund,
hilf, dass es geh von Herzensgrund.


„Vater Unser im Himmelreich, der uns alle heißest gleich Brüder sein“ – so hat Martin Luther zum Vater Unser getextet. Die Anrede „Vater“ nimmt uns hinein in ein familiäres „Du“.
Nun ist es aber so: Familie sucht man sich nicht aus. Manch eine tut sich schwer mit der Anrede Gottes als „Vater“. Vielleicht wurde der leibliche Vater keineswegs positiv erlebt. Gewalttätig etwa – oder schlicht einfach nicht existent im Erleben der eigenen Kindheit. Nicht alle erleben ihren Vater als eine vertrauenswürdige und liebevolle Person, zu der man aufschauen kann und sich geborgen weiß. Manch eine ergänzt Gott, der Du uns Vater und Mutter bist, um deutlich zu machen, dass wir Gott nicht nur männlich denken dürfen.

Ein positives Vaterbild sehe ich fast täglich, wenn ich aus dem Küchenfenster einen jungen Vater beobachte, wie er seine beiden Jungs jeden Morgen über einige Jahre zunächst in den Kindergarten und jetzt in die Schule bringt: Es fing an mit Laufrädern und Rollern und jetzt fahren sie selbstständig mit Helm und Mut auf stylischen Kinderrädern. Der Vater begleitet, hat ein wachsames Auge, und er lässt los. Wie schön dieses Heranwachsen beobachten zu können. Dieses Vaterbild will ich mir vor Augen halten, wenn ich bete: Vater Unser. Es ist mir wie ein Abbild des himmlischen Vaters.

Wenn Jesus Gott mit „Unser Vater anruft, dann stiftet er eine neue Familie. Die Menschen, die mit mir beten, werden mir durch die Anrufung zu Schwestern und Brüdern. Eine neue Familie entsteht. Eine Familie, in die ich nicht hineingeboren wurde, sondern eine Familie, in die ich hinein gerufen bin. Eine Gemeinschaft der auf Gott vertrauenden Menschen.


Lied 344,2-4

Geheiligt werd der Name dein,
dein Wort bei uns hilf halten rein,
dass auch wir leben heiliglich,
nach deinem Namen würdiglich.
Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr,
das arm verführet Volk bekehr.

Es komm dein Reich zu dieser Zeit
und dort hernach in Ewigkeit.
Der Heilig Geist uns wohne bei
mit seinen Gaben mancherlei;
des Satans Zorn und groß Gewalt
zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt.

Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich
auf Erden wie im Himmelreich.
Gib uns Geduld in Leidenszeit,
gehorsam sein in Lieb und Leid;
wehr und steu’r allem Fleisch und Blut,
das wider deinen Willen tut.


Dein Name werde geheiligt
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe.

Den ersten Teil des VaterUnsers bilden die drei Bitten, die ausdrücken, dass Gott doch immer der ganz andere ist und bleibt. So sehr uns Jesus einlädt, ganz vertraulich mit Gott zu sprechen, – wir dürfen ihn als Vater anreden, als Papa oder Vati, wie es uns beliebt, – so ist er doch zugleich der Heilige und Nichtverfügbare, dessen Willen ich hinnehmen muss und dessen Reich von einer anderen Art ist.

Gott ist einerseits der Vater, der schon weiß, was wir brauchen und für uns sorgt.
Wer unter den Familienvätern würde so unbarmherzig seinem Kind eine Stein geben, wenn es um Brot bittet, sagte Jesus einmal (Mt 7, 10ff) Und Gott ist noch viel großherziger. Gott wird dem Gutes geben, der ihn darum bittet.

Gott ist andererseits der Heilige, über den wir nicht verfügen können und von dessen Wesen und Ratschluss wir vielleicht eine Ahnung haben, aber auch viele Fragezeichen. Die ist eine Erfahrung, von de so viele biblische Gestalten immer wieder berichten. Ob nun Moses, der seine Schuhe ausziehen soll, weil er auf Heiligem Land steht (2. Mose 3) oder Jesaja, der die himmlischen Gestalten rufen hört: Heilig, Heilig Heilig, ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll“ und der daraufhin spricht: Weh mir, ich vergehe.“ (Jesaja 6)

Gott ist heilig. Im Vater Unser bitten wir darum, dass sein Name geheiligt werde. Wie aktuell ist diese Bitte. In dieser Zeit meinen einige die Zeichen der Zeit deuten zu können und berufen sich dabei auf Gott. Erschreckend wie evangelikale Prediger in einer Art Exorzismus unter Anrufung des Gottesnamens meinen den Corona-Virus austreiben zu können. Es ist uns geboten, nicht nach Gott zu greifen, sondern uns einzugestehen: Wir sind Menschen. Wir dürfen und sollen uns unserer wissenschaftlichen Erkenntnisse bedienen, um Medikamente und Impfstoffe zu entwickeln, die dem Guten dienen. Das ist Teil des Schöpfungsauftrages zum Lobe Gottes und zum Wohl der Menschen. Und zugleich braucht es das Eingeständnis, dass wir nicht wissen, warum dieser Virus unter uns ist und was Gott uns damit sagen will.


Lied 344,5

Gib uns heut unser täglich Brot
und was man b’darf zur Leibesnot;
behüt uns, Herr, vor Unfried, Streit,
vor Seuchen und vor teurer Zeit,
dass wir in gutem Frieden stehn,
der Sorg und Geizens müßig gehn.


Die vierte – zentrale – Bitte: Unser tägliches Brot gib uns heute.
Diese Bitte steht genau in der Mitte des VaterUnser. Es ist die einzige Bitte um das leibliche Wohl. In unserer reichen Welt tun wir uns mit dieser Bitte schwer. Was Hunger und die Sorge um Nahrung bedeutet, kennen die meisten unter uns nicht. Wir haben im Überfluss. Und sollte am Horizont zu erahnen sein, dass evtl. etwas einmal ausgehen können, dann entsteht ein neuer Breitensport mit dem Namen Hamstern. Etwas für sich bevorraten, weil man nicht weiß, ob man es morgen noch bekommt. So wurde Mehl zur Mangelware und Toilettenpapier zum Wertpapier.

„Gib uns unser tägliches Brot“ – das ist die Gegenrede zu Hamsterkäufen. Jeder Tag zeigt mir aufs Neue, was ich brauche. Gib Du mir Gott täglich neu, was ich heute brauche. Diese Bitte lebt aus dem Vertrauen heraus, dass Gott schon weiß, was ich zum Leben brauche.

Was brauche ich zum Leben. Ein neues Wort haben wir in den letzten Wochen gelernt: Systemrelevant. Irgendwie ein schreckliches Wort, denn es unterscheidet zwischen Menschen, die wichtig, ja geradezu fundamental entscheidend zur Stabilität unserer Gesellschaft beitragen sollen, und anderen, die nicht so wichtig sind. Wer entscheidet hier, wer und was wichtig ist und wer nicht. Irgendwie schon sehr anmaßend, diese Betrachtungsweise. Als Christen haben wir ein anderes Bild von Gemeinschaft. Wenn ein Glied leidet, leidet der ganze Leib sagt Paulus. (1. Korinther 12) und jedes Organ ist wichtig für den gesamten Leib. Für mich ist auch ein Gradmesser für die Humanität einer Gesellschaft, wie sie mit den Sterbenden umgeht. Und da läuft vieles nicht gut.

Unser Tägliches Brot gib uns heute. Das tägliche Brot ist das, was lebensrelevant ist.
Martin Luther nennt im kleinen Katechismus:

Alles, was not tut für Leib und Leben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.

Täglich Brot: Also auch das Lächeln in der Metzgerei und die Hand, die mich hält, wenn ich den letzten Atemzug nehme.


Lied 344, 6-8

All unsre Schuld vergib uns, Herr,
dass sie uns nicht betrübe mehr,
wie wir auch unsern Schuldigern
ihr Schuld und Fehl vergeben gern.
Zu dienen mach uns all bereit in rechter Lieb und Einigkeit.

Führ uns, Herr, in Versuchung nicht,
wenn uns der böse Geist anficht;
zur linken und zur rechten Hand
hilf uns tun starken Widerstand
im Glauben fest und wohlgerüst‘
und durch des Heilgen Geistes Trost.

Von allem Übel uns erlös;
es sind die Zeit und Tage bös.
Erlös uns vom ewigen Tod
und tröst uns in der letzten Not.
Bescher uns auch ein seligs End,
nimm unsre Seel in deine Händ.


Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Anderen zu vergeben ist eine harte, dornige Übung, ein Stachel in unserem Fleisch.
Sogar schon die Bitte „vergib uns“ ist eine Zumutung, denn ich muss eingestehen, dass ich Fehler mache, und dass ich Schuld auf mich lade. Im Beiseiteschieben, im Abwälzen auf andere sind wir geübter. Ich fand es wohltuend, dass ein Minister ganz freimütig einräumte: „Wir werden Fehler machen.“ Aber ein noch größerer Fehler wäre, jetzt nichts zu machen. Dietrich Bonhoeffer hat es einmal so treffend gesagt:

„Die freie Verantwortung beruht auf einem Gott, der das freie Glaubenswagnis verantwortlicher Tat fordert und der dem, der darüber zum Sünder wird, Vergebung und Trost zuspricht.“ (aus: „Widerstand und Ergebung“). Unsere gesamte Demokratie ist darauf aufgebaut, dass politische Entscheidungen sich als falsch herausstellen und dann aufgrund der Folgen korrigiert werden können. Suspekt sind mir von daher schon immer die Besserwisser und Alleskönner, die jetzt wieder aus ihren Löchern kommen.
Wer sich hineinnehmen lässt in dieses Wort „Vergib“ lernt Demut.
„Und erlöse uns von dem Übel“.
Ist Corona ein Übel, von dem wir erlöst werden wollen.
Auf der einen Seite gewiss: Ja.
Ich würde Sie nachher gerne mit Handschlag verabschieden. Ich finde es traurig, dass heute die Konfirmation nicht stattfinden kann. Auf diesen Tag haben sich 17 junge Menschen sehr gefreut. Ich tue mich schwer mit der Maske vor dem Gesicht. Mir ist klar, dass einige um ihre Existenz kämpfen. Viele wollen die Kranken und Sterbenden besuchen. Wir kennen die Bilder aus Bergamo und New York. Die Reihe ließe sich lange lange fortsetzen.

Und doch ist es eine sehr menschenzentriete Sicht. Die Natur atmet auf – Die Luft ist sauberer geworden. Der Himmel über weite Teile wieder klar. Faszinierend, wie sich die Tiere die Städte erobern. Und nach den Sommerferien werden wir uns nicht mit tollen Urlaubserzählungen überbieten müssen. Und auch diese Reihe ließe sich lange fortsetzen.

So ist für mich der Virus nicht nur Übel, sondern auch eine Einladung zum Innehalten und Prüfen, was wirklich wichtig ist im Leben. Und er ist eine Herausforderung Wege zu suchen, wie wir einander solidarisch beistehen können.

Was ist das Böse, was das Übel ist? Oft ist es nicht klar zu erkennen. Erlöse uns von dem Bösen, das ist die Bitte, dass von Gott her die Rettung aus unseren Verstrickungen kommen möge. Weil wir selbst es nicht überblicken.

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen uns Sinne in unserem Herrn Jesus Christus. Amen.


Lied 344, 9

Amen, das ist: es werde wahr.
Stärk unsern Glauben immerdar,
auf dass wir ja nicht zweifeln dran,
was wir hiermit gebeten han
auf dein Wort, in dem Namen dein.
So sprechen wir das Amen fein.


Vater unser.
Du bist unser Vater,
dir verdanken wir unser Leben.
Dir sagen wir, worauf wir hoffen,
wonach wir uns sehen, wovor wir uns fürchten.

Geheiligt werde dein Name.
Wir hoffen darauf,
dass deine Liebe die Welt verwandelt.
Verwandle uns, damit wir deine Liebe zeigen.

Dein Reich komme.
Wir sehnen uns danach, dass sich Gerechtigkeit und Frieden küssen.
Schaffe deinem Frieden Raum,
damit die Sanftmütigen das Erdreich besitzen.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Wir fürchten uns davor,
dass Leid und Krankheit kein Ende haben.
Heile die Kranken und behüte die Leidenden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.
Nicht nur uns, auch denen, die verzweifelt nach Hilfe rufen,
die vor den Trümmern ihres Lebens stehen
und die sich vor der Zukunft fürchten.
Du bist die Quelle des Lebens,
verbanne den Hunger.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Öffne unsere harten Herzen für die Vergebung.
Öffne die Fäuste der Gewalttäter für die Sanftmut.
Lenke unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Versöhne uns und alle Welt.

Führe uns nicht in Versuchung.
Dein Wort ist das Leben.
Du kannst unsere Herzen verschließen vor Neid, Gier und Hochmut.
Halte uns ab von Hass und Gewalttätigkeit.
Bewahre uns vor den falschen Wegen!

Erlöse uns von dem Bösen
Öffne unsere Augen,
damit wir das Böse hinter seinen Verkleidungen erkennen.
Lass uns dem Bösen widerstehen und
befreie alle, die in der Gewalt des Bösen gefangen sind.  

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Du rufst uns beim Namen.
Du siehst uns –  wo wir auch sind,
am Küchentisch, in der Kirchenbank, in unseren Kammern.
Bei dir schweigen Angst und Schmerz. Auf dich hoffen wir heute und alle Tage.
In Jesu Namen vertrauen wir uns dir an.   Amen.

Bildquellen

  • Marienkirche Gewölbe: © flashlens e.K., Hans-Jürgen Keck

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