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Ökumene in Büdingen

Keine triumphalistische Show will die Evangelische Kirche in Deutschland im Jahr des Reformationsjubiläums abziehen, sondern ein „Christusfest“ feiern, zu dem auch eine Reihe ökumenischer Veranstaltungen gehören.

Während auf höchster Ebene Worte und Veranstaltungsformate immer noch behutsam abgewogen werden müssen, herrscht auf der „Ebene des Kirchenvolks“ vielerorts eine große Gelassenheit und Unbefangenheit im ökumenischen Miteinander. Im einst evangelisch geprägten Büdingen blüht heute die Ökumene, was eine Vielfalt an Treffen und Aktivitäten durch das Kirchenjahr hindurch beweist. Gerade wurde wieder der Weltgebetstag gefeiert, vorbereitet von einem bewährten Team katholischer, evangelischer und methodistischer Frauen. Ökumenische Gottesdienste finden alljährlich am Gallusmarkt und am Buß- und Bettag als Abschluss der ökumenischen Bibelabende statt. Auch die Kinder der Stadtschule werden traditionell mit einer ökumenisch gestalteten Feier in die Ferien und in das neue Schuljahr geleitet. Der ökumenische Chor an der Marienkirche sang vergangenes Jahr im Festgottesdienst zur Einweihung des neuen Zelebrationsaltars in der St. Bonifatiuskirche. Beim diesjährigen Seniorennachmittag in der Willi-Zinnkann-Halle trug derselbe Chor dann Lutherlieder vor.

Berührungsängste gibt es schon lange nicht mehr, Unterschiede werden dabei nicht einfach verwischt, sondern als Bereicherung wertgeschätzt.  Dem freundschaftlichen Austausch dienen ökumenische Wanderungen und Gemeindefeste. Der ökumenisch geleitete Seniorenclub im Haus Walburga konnte gerade sein 50jähriges Bestehen feiern. Dass nicht wenige Gemeindeglieder in konfessionsverbindenden Ehen leben und abwechselnd die katholische oder die evangelische Kirche besuchen, soll nicht unerwähnt bleiben. Hier besteht weiterhin Handlungsbedarf von kirchenleitender Seite, denn die getrennte Teilnahme am Abendmahl ist und bleibt ein Stein des Anstoßes. Wir haben immer noch einen Weg vor uns, doch die Hürden nehmen zusehends ab.

Bildquellen

  • Büdingen von oben: Dieter Turner

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